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2016

Alessandro SARTORI

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«Der Feind im eigenen Körper» UZH JOURNAL 6/2016
Neuberufene Professorinnen und Professoren stellen sich vor

Interview: Roger Nickl

Herr Sartori, Sie sind Krebsforscher. Was fasziniert Sie an Ihrem Forschungsgebiet? 

Als Grundlagenforscher fasziniert mich vor allem die ungeheure Komplexität dieser Krankheit. Ein bösartiger Tumor kann praktisch aus dem Nichts, aus einer einzelnen gesunden Zelle entstehen. Niemand ist sicher vor Krebs, denn Krebs ist sozusagen der Feind im eigenen Körper. Das ist nicht wie bei einer bakteriellen Infektion, die man durch Antibiotika bekämpfen kann. 

Was erforschen Sie konkret?

Ich möchte zusammen mit meinem Team herausfinden, wie Schäden in unserem Erbgut, in der DNA, repariert werden. Diesen ausgefeilten Reparatursystemen ist es zu verdanken, dass es nicht häufiger zu Veränderungen (Mutationen) im Erbgut kommt, die am Ursprung jeder Krebserkrankung stehen.

Können aus Ihrer Forschung neue Perspektiven für die Krebstherapie entstehen? 

Die meisten Krebstherapien basieren auf der Wirkung von Substanzen, die DNASchäden induzieren, um bösartige Zellen effizient zu eliminieren. Ein besseres Verständnis der DNA-Reparatur ist deshalb aus mehrerer Hinsicht von grundlegender Bedeutung für die Krebsforschung.

Wird es uns in Zukunft gelingen, Krebserkrankungen in den Griff zu bekommen?

Wir werden wahrscheinlich nie in der Lage sein, alle Krebserkrankungen zu heilen.  Wichtig ist die Früherkennung – da sind wir heute viel stärker sensibilisiert als früher.  Je eher man Krebs diagnostiziert, desto mehr Möglichkeiten hat man, ihn zu behandeln.  Die Erfolgschancen sind in den vergangenen Jahren extrem gestiegen, auch dank verbesserter Therapien. Krebs ist aber vor allem eine Krankheit des Alters. Je älter wir werden, umso grösser wird die Anzahl der Mutationen und somit das Risiko, an Krebs zu erkranken. Krebstherapien sind für Patienten im hohen Alter meist so belastend, dass sie diese gar nicht überstehen würden. Irgendwann ist für jeden die Zeit gekommen, zu gehen – entweder hört das Herz auf zu schlagen, oder der Feind im eigenen Körper schlägt doch noch zu. 

Wollten Sie schon immer Molekularbiologe werden?

Nein. Im Gymnasium hatte ich eigentlich vor, Wirtschaft zu studieren. Das änderte sich zum ersten Mal, als meine Patin an Brustkrebs erkrankte. Es war unheimlich, mitanzusehen, wie der Krebs sie innerhalb kurzer Zeit dahinraffte und man nichts dagegen tun konnte. Diese traurige Erfahrung weckte in mir den Wunsch, etwas dazu beizutragen, dass anderen Menschen kein solches Schicksal widerfährt. Deshalb habe ich mich anfänglich für ein Medizinstudium interessiert. Das damalige Lateinobligatorium im Fach Medizin hat mich jedoch davon abgehalten und in die Biologie geführt.

Sie führen dieses Interview von zu Hause aus, weil Sie heute Ihre Kinder betreuen.  Wie gut lassen sich Kinderbetreuung und Wissenschaft unter einen Hut bringen

Nach Anfangsschwierigkeiten funktioniert das mittlerweile sehr gut. Mein Job ermöglicht es mir, einen Tag pro Woche von daheim aus zu arbeiten. Ich brauche dazu nicht mehr als einen Computer und eine Internetverbindung. Neben der Arbeit erledige ich dann den Haushalt oder helfe den Kindern bei den Hausaufgaben. Was dabei an Arbeitszeit verloren geht, hole ich abends oder am Wochenende wieder auf. Der Austausch mit meinen Kindern ist mir enorm wichtig. Zudem ist er ein guter Ausgleich zur Arbeit.

Würden Sie Ihren Kindern eine Wissenschaftskarriere empfehlen?

Jein. Forschung ist zwar unglaublich kreativ und spannend, aber eine Wissenschaftskarriere ist hart, entbehrungsreich und mit vielen Unsicherheiten verbunden. Man weiss sehr lange nicht, ob man den Sprung in eine Festanstellung schafft oder nicht. Für die Familienplanung ist das nicht sehr förderlich.Wenn man es aber einmal geschaffthat, gibt es keinen besseren Beruf als den des Forschers.


2015

Stanislaw Jozwiakowski and Matteo Berti were awarded a Marie-Skłodowska Curie Fellowship.

Petr Cejka was awarded the Ernst Th. Jucker Prize 2015.

 

Hella Bolck was awarded the Charles Rodolphe Brupbacher Young Investigator Prize.